Osteopathie in der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft verändert sich der Körper innerhalb weniger Monate erheblich. Mit dem wachsenden Bauch verändern sich Haltung, Bewegungsverhalten und die Belastung von Wirbelsäule und Becken. Gleichzeitig können hormonelle Veränderungen Einfluss auf Bänder und Gelenke haben.

Beschwerden im unteren Rücken, im Becken, an den Rippen oder im Nacken- und Schulterbereich sind deshalb während einer Schwangerschaft nicht ungewöhnlich.

Eine osteopathische Behandlung kann in dieser Zeit begleitend eingesetzt werden. Untersuchung, Behandlung und Lagerung passen wir an die jeweilige Phase der Schwangerschaft und daran an, was für Sie angenehm ist.

Fachlich verantwortlich: Laura Blacher, Osteopathin M.Sc. und Heilpraktikerin · zuletzt aktualisiert im September 2026

Was sich während der Schwangerschaft verändert

Mit zunehmender Schwangerschaft verändern sich Schwerpunkt und Belastungsverteilung des Körpers. Wirbelsäule, Becken und umgebende Muskulatur passen sich an das zunehmende Gewicht und die veränderten Platzverhältnisse an.

Auch der Brustkorb und die Atmung verändern sich. Gleichzeitig beeinflussen Schwangerschaftshormone das Bindegewebe und die Bandstrukturen.

Diese Veränderungen sind zunächst normale Anpassungen an eine Schwangerschaft und nicht automatisch behandlungsbedürftig. Wenn dabei jedoch Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen auftreten, schauen wir uns an, welche Bereiche bei Ihnen konkret betroffen sind.

Wie wir untersuchen und behandeln

Zu Beginn sprechen wir über Ihre Beschwerden, den bisherigen Verlauf der Schwangerschaft und darüber, ob medizinische Besonderheiten bestehen.

Anschließend untersuchen wir abhängig vom Beschwerdebild beispielsweise Wirbelsäule, Becken, Hüften, Brustkorb und die umgebende Muskulatur.

Die Behandlung erfolgt mit angepassten manuellen Techniken. Auch die Lagerung richten wir nach Schwangerschaftswoche und Wohlbefinden aus. Seitenlage, Rückenlage mit entsprechender Unterstützung oder eine halb sitzende Position sind je nach Situation möglich.

Entscheidend ist für uns, dass Sie sich während der Behandlung sicher und bequem fühlen.

Osteopathie nach der Geburt

Auch nach der Geburt verändert sich die körperliche Belastung erneut. Schwangerschaft und Geburt liegen hinter Ihnen, gleichzeitig kommen neue Anforderungen durch Tragen, Stillen oder Füttern und häufig ungewohnte Positionen im Alltag hinzu.

Wenn nach der Geburt Beschwerden bestehen, untersuchen wir abhängig vom individuellen Beschwerdebild beispielsweise Becken, Wirbelsäule, Bauchwand und die umgebende Muskulatur.

Nach Kaiserschnitt, Geburtsverletzungen oder anderen medizinischen Eingriffen berücksichtigen wir den Heilungsverlauf und bestehende ärztliche oder hebammenseitige Empfehlungen.

Was Sie selbst tun können

Regelmäßige, gut verträgliche Bewegung ist auch während der Schwangerschaft häufig sinnvoll. Spaziergänge, Schwimmen oder andere bereits vertraute Bewegungsformen können – sofern medizinisch nichts dagegenspricht – beibehalten beziehungsweise angepasst werden.

Bei Rücken- oder Beckenbeschwerden können außerdem unterschiedliche Schlaf- und Ruhepositionen ausprobiert werden. Ein Kissen zwischen oder unter den Beinen empfinden manche Schwangere als angenehm.

Nach der Geburt sollte die Rückkehr zu stärkerer körperlicher Belastung schrittweise erfolgen. Hebammen, Ärztinnen und Ärzte sowie entsprechend qualifizierte Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten können bei Rückbildung und Trainingsaufbau begleiten.

Wann eine medizinische Abklärung wichtig ist

Bestimmte Beschwerden während der Schwangerschaft gehören nicht zunächst in die osteopathische Praxis. Dazu zählen insbesondere:

  • vaginale Blutungen
  • Abgang von Fruchtwasser
  • regelmäßige oder vorzeitige Wehen
  • deutlich verminderte oder ungewöhnlich veränderte Kindsbewegungen
  • starke oder plötzlich auftretende Kopfschmerzen, insbesondere zusammen mit Sehstörungen
  • starke Oberbauchschmerzen oder ausgeprägtes plötzliches Unwohlsein
  • andere akut auftretende oder ungewöhnlich starke Beschwerden

In diesen Situationen sollten Sie nicht auf einen Termin bei uns warten, sondern sich an Ihre gynäkologische Praxis, Hebamme beziehungsweise die zuständige Geburtsklinik wenden.

Bei einer Risikoschwangerschaft oder bestehenden medizinischen Besonderheiten empfehlen wir, eine osteopathische Behandlung vorher mit der betreuenden Ärztin, dem betreuenden Arzt oder der Hebamme abzustimmen.

Der Termin

Ein Termin dauert 40–45 Minuten und kostet 100 €. Darin enthalten sind Gespräch, Untersuchung und Behandlung. Für den ersten Termin berechnen wir keinen zusätzlichen Aufpreis.

Die Bezahlung erfolgt bei uns per Karte. Informationen zur möglichen Erstattung durch gesetzliche und private Krankenversicherungen finden Sie unter Preise und Erstattung.

Die Termine finden am Markt in Fürstenberg/Havel statt. Die Praxis ist barrierefrei zugänglich, Parkplätze gibt es direkt vor der Tür, vom Bahnhof sind es zehn Minuten zu Fuß.

Häufige Fragen

Ab wann in der Schwangerschaft ist eine Behandlung möglich?

Grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt, wenn die Schwangerschaft unauffällig verläuft. Viele kommen ab dem zweiten Drittel, wenn die Belastung spürbar wird.

Und nach der Geburt?

Sobald Sie sich dazu in der Lage fühlen — häufig einige Wochen danach, oft parallel zur Rückbildung. Ihr Kind kann mitkommen.

Zahlt die Kasse hier mehr?

Bei manchen Kassen ja. Die BARMER erstattet Schwangeren bis zu 200 € im Jahr. Was für Ihre Kasse gilt, steht auf der Seite Preise.

Verwandte Beschwerdebilder

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Abklärung. Bei neuen, starken oder ungeklärten Beschwerden wenden Sie sich bitte zuerst an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.